04.02.2019

Allgemein

Skeleton: Junioren-Weltmeisterschaften am Königssee

• Felix Keisinger gewinnt Gold auf Heimbahn, Silber für Küchler • Corinna Leipold beste Deutsche mit Platz 5

Königssee (02./03.02.2019) Am 02. und 03. Februar 2019 fanden in der Deutsche Post Eisarena am bayerischen Königssee die IBSF Junioren-Weltmeisterschaften im Skeleton statt.
 
Bei den Frauen verteidigte die seit dieser Saison für Tschechien startende Anna Fernstädt erfolgreich ihren Titel und gewann die Goldmedaille. Nach Halbzeitführung fuhr sie mit einem sauberen zweiten Lauf an die Spitze und verwies Kim Meylemans aus Belgien mit 0,58 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Bronze ging an die Britin Ashleigh Pittaway (+ 0,75 Sek.).
 
Die deutschen Skeleton-Frauen, die im Vorfeld zu den Medaillenanwärterinnen gezählt hatten, konnten leider keine Podestplätze einfahren. Beste Deutsche wurde Corinna Leipold mit Platz fünf und 1,38 Sekunden Rückstand. Sie haderte ein wenig mit sich und den Bedingungen: „Meine Läufe an sich waren eigentlich ganz gut. Ich hatte jetzt im zweiten Lauf das Pech, dass leider erst nach mir gekehrt wurde. Am Start fehlt noch ein bisschen, aber insgesamt bin ich schon zufrieden. Jetzt stehen noch die Deutschen Juniorenmeisterschaften, der Junioren-Cup an, und dann ist die Saison auch schon wieder vorbei.“
 
Susanne Kreher, im Vorjahr noch Dritte bei der JWM in St. Moritz, wurde in diesem Jahr Sechste (+ 1,49 Sek.). Platz sieben ging an Hannah Neise mit 2,39 Sekunden Rückstand.
 
Nerven aus Stahl bewies Felix Keisinger auf seiner Heim-Bahn am Königssee. Nach dem ersten Lauf noch auf Rang drei liegend, fuhr er im zweiten Lauf mit 51.00 Sekunden die beste Laufzeit des Tages und lag am Ende knappe 0,05 Sekunden vor seinem Teamkollegen Fabian Küchler und Evgeniy Rukosuev aus Russland (+0,14 Sek.). Felix Seibel platzierte sich mit 0,63 Sekunden Rückstand auf dem sechsten Rang und komplettierte das hervorragende Ergebnis der deutschen Junioren.
 
Für den 21-jährigen Felix Keisinger, der bei der Junioren-WM in St. Moritz im Vorjahr Bronze gewann und in dieser Saison erfolgreich sein Weltcup-Debüt bei den „Großen“ in Sigulda und Winterberg gab, war es nach eigenen Aussagen eines der schwersten Rennen seiner bisherigen Karriere.
 
„Der Sieg auf meiner Heim-Bahn bedeutet mir sehr viel, aber ich muss wirklich sagen, es war die ganze Woche ein viel größerer Nachteil als Vorteil für mich. Ab der ersten Fahrt hier in der Woche kann man die Bahn einigermaßen, und das macht es schwer, sich das Ganze bis zum Rennen aufrecht zu erhalten“, erklärte er im Ziel. „Natürlich ist die Erwartung von einem selber und den anderen nochmal höher, und das war für mich eine komplett neue Situation. In den letzten Jahren war ich immer einer der Jüngsten, wenn ich in irgendeiner Rennserie war und habe nie Druck gespürt. Ich habe immer nur die anderen gesehen und habe gedacht, hey, wenn ich an die ranfahren kann oder vor ihnen bin, dann ist das ein Riesenergebnis. Heute war es so, dass ich von mir selber auch die Erwartung hatte, vorne mitzufahren, und das hat es für mich viel schwieriger gemacht. Ich war im ersten Lauf enorm nervös und bin froh, dass ich es noch retten konnte. Es war auf jeden Fall das schwerste Rennen, das ich jemals gefahren bin!“
 
Nach Führung im ersten Lauf landete Teamkollege Fabian Küchler nur 0,05 Sekunden hinter Felix Keisinger auf Rang zwei. „Ich habe Gold nicht verloren, sondern Silber gewonnen“, sagte der 21-jährige Oberhofer erleichtert. „Es war für mich eine schwierige Woche. Ich hatte Anfang der Woche noch eine Magen-Darm-Grippe, und dafür ist das Ergebnis sehr, sehr gut. Fahrerisch wäre es vielleicht drin gewesen, aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Den Trainingsergebnissen nach liegt mir die Bahn nicht so, aber im Wettkampf kann ich immer noch einen drauflegen, und ich denke das ist es, was es ausmacht, dass man sich im Wettkampf nochmal steigern kann. Jetzt werde ich mich erstmal auskurieren und dann bei den Deutschen Juniorencup-Meisterschaften noch mal an den Start gehen.“
 
Bild: Jürgen Waßmuth