Den ehemaligen deutschen Bundestrainer geht die Siegerehrung bei den IBSF Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften der Damen noch nichts an – noch nicht.
„Ich bin erst mal stolz auf meine Mädels“, sagt er lächelnd. „Wir hatten letztes Jahr gar kein einziges Frauenteam am Start, jetzt schon zwei unter den ersten 20.“ ‚Wir‘, das ist das Bobteam aus der Schweiz, dessen Trainer er seit vergangenem Jahr ist.
„Ich wollte in Deutschland einfach einige Sachen geändert haben, die zu dem Zeitpunkt nicht möglich waren. Da kam das Angebot aus der Schweiz“, resümiert der ehemalige Olympiasieger. In der Schweiz könne er genau das machen, was er liebe: an der Basis mit den Teams arbeiten, wirklich für den sportlichen Erfolg verantwortlich sein.
Und der stellt sich langsam ein. „Die Mädels haben sich am Start gesteigert und gute Fahrten gemacht. Ihre Platzierung entspricht zwar nicht ihrer Leistung, aber es gibt eben viele kleine Faktoren, die bei einem Materialsport wie unserem eine Rolle spielen.“ Trotzdem blickt er zuversichtlich in die Zukunft. “Nächstes Jahr kommen sicher noch mal zwei drei gute Teams im Europacup dazu. Es bewegt sich was in der Schweiz – und wir kommen.“
In seine Wahlheimat Schönau am Königssee kommt Christoph Langen dagegen zurzeit eher selten. Erst mal gilt es das Schweizer System kennenzulernen. Das wird auch diesen Sommer noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Umso schöner, dass die Weltmeisterschaften kurzfristig an den Königssee verlegt wurden. „Ich glaube, es war keine Nation böse, dass die Weltmeisterschaften nach Königssee gekommen sind.“ Aus seiner Sicht sei es auch die einzige Bahn, die in so kurzer Zeit eine solche WM stemmen könne. „Vielleicht noch St. Moritz“, meint er mit einem Augenzwinkern.
Bis Sonntag wird er auf alle Fälle noch die Stimmung genießen und die kleinen Annehmlichkeiten, die man an einer Bahn hat, an der man sehr viele Leute kennt.
Cz
Bildunterschrift: Der neue Schweizer Bobtrainer Christoph Langen (r.) mit seinem Piloten Clemens Bracher. Copyright: BSD/Michel